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Nachbarschaftsinitiative bürger- und anwohnergerechte Planung Nahversorgungsmarkt
Es war mal wieder ein wunderschöner Abend gestern. Sanftes Licht schwebte in unseren Garten, die letzten Sonnenstrahlen erreichten unsere Terasse selbst noch um 21 Uhr, und über mangelnde Wärme konnte man sich auch nicht beschweren. Die Ruhe durchdrangen nur ein paar Grillen, Vögelzwitschern und das eine oder andere Auto. Wie wird es wohl sein, wenn sich Hr. Uedelhoven mit seinem Vorhaben durchsetzt? Die musikalische Untermalung dieser Idylle mit REWE-typischen Klängen , da will ich heute überhaupt nicht dran denken. Es ist schade, bisher hat sich weder Hr. Udelhoven, noch ein anderer Vertreter der regierenden CDU bei uns gemeldet, geschweige denn sich selbst ein persönliches Bild gemacht, im Dialog mit den direkten Anwohnern. Eine kleine Gruppe hat sich wohl kurz umgeschaut, Gespräche mit den Anwohnern waren aber nicht gewünscht. War das mit der Politik nicht so, dass diese für den Bürger/Bürgerin gemacht werden soll, da wir doch diese Vertreter wählen als auch bezahlen, mit unseren Steuern? Selbstverständlich steuern wir nur einen geringen Anteil bei, aber letztlich sorge auch ich wie alle anderen Bergheimer Bürger dafür, dass die Politiker ihr monatliches Gehalt bekommen. Und jetzt, wo nicht nur ich ein Anliegen habe, werden wir behandelt, als ob wir hier lediglich geduldet, aber nicht willkommen sind. Merkwürdig, als wir hier alle unsere Häuser gekauft haben, sah die Welt noch anders aus. Da preiste man doch das familienfreundliche Wohnen an, als auch die bürgernähe der Politiker zum Volk. Troisdorf- eine Familienangelegenheit? Die Halbwertszeit solcher Aussagen scheint ja geringer zu sein als die eines verdampfenen Wassertropfens in der Sonne....
Wir werden weiter um unsere Sache kämpfen, und die Politik (zumindest die "große"), scheint ja so langsam auch zu merken, dass bauen auf der grünen Wiese die Innenstädte leert:
"Kern der Gesetzesänderung ist die Einführung des §24a LEPro, der die Möglichkeit schafft, die Ansiedlung von grossflächigen Einzelhandelsbetrieben gezielt zu steuern. Zielsetzung des Gesetzes ist die Sicherung der Innenstadtzentren und der wohnungsnahen Versorgung der Bevölkerung."
- Genau. Oder liegt der Ortskern von Troisdorf-Bergheim auf einmal Am Krausacker? Ich freue mich schon auf die Stellungnahme der Behörden, denn den Landesentwicklungsplan mit der neuen Änderung kann auch die Stadt Troisdorf nicht einfach ignorieren.
Vielleicht helfen ja auch die Sommerferien, dass sich die Politiker noch einmal darauf besinnen, zu welchem Zweck sie eigentlich gewählt wurden!
„‚Bitte nicht auf die grüne Wiese‘ – Bergheimer fordern Versetzung des geplanten Supermarktes“ – so titelt heute das Rhein Sieg Echo Extra-Blatt Troisdorf und Umgebung.
Auch fürchten die Bergheimer um die Sicherheit ihrer Kinder, denn rund 1000 Autos sollen täglich den Großmarkt ansteuern. […] Der technische Beigeordnete Hans Christian Lehmann verwies auf die „Sicherung der Nahversorgung“ und die „Pflicht einer Stadt, sich weiterzuentwickeln.“Wir haben nichts gegen eine Einkaufsmöglichkeit, so der Bergheimer Michael Groß. Doch den Standort so nah an der vorhandenen Wohnbebauung am Standort Krausacker, halte er für unangemessen.
„Unsere Innenstädte und Ortskerne müssen lebendig und attraktiv bleiben. Deshalb sollte sich auch das Einzelhandelsangebot auf die Zentren und die Ortsmitte konzentrieren“, so Wittke. Gerade das Nahversorgungsnetz in den Städten und Gemeinden werde immer grobmaschiger, weil große Discountmärkte und Warenhäuser, insbesondere auf der „Grünen Wiese“, die Wettbewerbssituation zu ungunsten kleinerer Läden und Supermärkte nachteilig veränderten.
zitiert der Deutsche Städte- und Gemeindebund den nordrhein-westfälischen Bauminister Oliver Wittke. Wir haben dem nichts hinzuzufügen.
Artikel via CIMA Stadtmarketing
Das von der Firma CIMA im Jahre 2006 entwickelte Einzelhandels- und Nahversorgungskonzept für die Stadt Troisdorf enthält einige Punkte, die unsere Bedenken hinsichtlich des Standortes östlich der Straße „Zum Kalkofen“ stützen. Hier werden die Stadtteile Eschmar, Müllekoven und Bergheim zu einem Gesamtgebiet erklärt, aus welchem massiv Kaufkraft in andere Kommunen außerhalb Troisdorfs abfließt. Bezüglich des Standortes eines hier benötigten weiteren Nahversorgungsmarktes ethält das Konzept unter anderem folgende Aussage:
Die angeführten Kriterien können erfüllt werden, wenn Standorte realisiert werden, die an der Hauptverkehrsachse Eschmar – Bergheim liegen und zugleich an Wohnsiedlungsbereiche andocken. Ebenfalls in Betracht zu ziehen sind Standortareale an den Erschließungsachsen des Bergheimer Neubaugebietes.
Abwegig sind alle rein verkehrsorientierten, nicht integrierten Standortlagen, die keinen Bezug zum Nahpotential haben.
Nun – zu behaupten, dass der in den Planungsunterlagen der Stadt Troisdorf mit „1b“ bezeichnete Standort östlich der Straße „Zum Kalkofen“ keinerlei Bezug zum Nahpotential hätte, ginge sicherlich einen Schritt zu weit. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass dieser Standort nur im südlichen Bereich die Funktion einer fußläufig erreichbaren Nahversorgung einnehmen könnte, da sich das nördliche Gebiet ausschließlich über Gewerbegebiet und Ackerland erstreckt und somit nördlich nur über die L332 erreichbar wäre – womit durchaus von einer verkehrsorientierten Lage zu sprechen ist.
Weiterhin würde ein Radius von 500-700 Metern um diesen Standort, welcher Maßgabe für eine fußläufige Erreichbarkeit ist, lediglich einen Bereich abdecken, der zum Großteil bereits von dem vorhandenen EDEKA-Markt abgedeckt ist. Wir sehen aufgrund dessen den EDEKA-Markt von einer direkten Konkurrenz durch den REWE-Supermarkt bedroht.
Ein weiterer, wichtiger Aspekt zur Kaufkraftbindung wird in der Nahversorgung der Stadtteile Eschmar und Müllekoven gesehen. Der Stadtteil Eschmar jedoch würde deutlich außerhalb des 500-700 Meter-Radius’ liegen, der Stadtteil Müllekoven würde nur am Rande berührt werden.
Hierzu die CIMA:
Die Stärkung der Nahversorgung im südlichen Stadtgebiet von Troisdorf soll ausschließlich auf die Bindung der eigenen Kaufkraftabflüsse angelegt sein. Gleichzeitig soll mit der nachhaltigen Absicherung der Nahversorgung die Wohnqualität in den bestehenden Wohnsiedlungsbereichen und Neubaugebieten verbessert werden.
- Keine Grenzlage zur Stadt Niederkassel, die auf das Abschöpfen von Kaufkraft aus der benachbarten Stadt abzielt.
Da der Standort „1b“ gerade einmal 700 Meter von der Stadtgrenze zu Niederkassel entfernt liegt, sehen wir einen Widerspruch zu dieser Forderung; vor allem unter Berücksichtigung des Faktes, dass der ebenfalls zu versorgende Stadtteil Eschmar weiter entfernt liegt, als die Stadt Niederkassel. Des Weiteren kann von einer Verbesserung der Wohnqualität mittels dieser Realisierung des Vorhabens keine Rede sein – vielmehr würde sie, unter anderem aufgrund des maßgeblich erhöhten Durchgangsverkehres, zu Lasten der Wohnqualität vieler Menschen gehen.
Die hier genannten Aspekte, die gegen den Standort östlich der Straße „Am Krausacker“ sprechen, treffen auf den alternativ von der Stadt Troisdorf geprüften Standort 4, östlich der „Großen Heerstraße“ gelegen, nicht zu. Er ist am östlichen Rand der Neubausiedlung und direkt an der Ortsdurchgangsstraße zwischen Bergheim, Müllekoven und Eschmar – und somit in integriertem Ortsgebiet – gelegen. Dieser Standort würde vielen Menschen, die bis heute über keine zu Fuß erreichbare Nahversorgung verfügen, eine bequem erreichbare Einkaufsmöglichkeit bieten. Ein weiterer Vorteil ist eine direkte Anbindung an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr, welche beim Standort „Am Krausacker“ nicht gegeben wäre.
Während der Öffentlichen Anhörung am 10. Mai 2007 konnte uns nicht näher dargelegt werden, warum der offensichtlich wesentlich günstiger gelegene Standort 4 an der „Großen Heerstraße“ nicht weiter verfolgt wurde und die Wahl hingegen auf den suboptimal gelegenen Standort „Zum Kalkofen“ fiel. Wir fordern daher eine erneute Prüfung dieses Alternativstandortes und kritische Hinterfragung des Standortes „Zum Kalkofen“ bezüglich der Vorgaben des Einzelhandelskonzeptes.

Troisdorf - „Wir wollen Natur und kein Gewerbegebiet vor unsrer Haustür“ […] war auf den Transparenten zu lesen, die Bergheimer Kinder mit zur Bürgeranhörung in den Ratssaal gebracht hatten - und die Eltern lieferten sich einen harten Schlagabtausch mit der Stadtverwaltung, die die Planung für einen umstrittenen Supermarkt an der Straße Zum Kalkofen vorstellte. […]
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Des Weiteren schrieb Andreas Helfer, Autor des Artikels „Gegen den neuen Supermarkt“, in seinem Kommentar zum Artikel:
Die Perspektive der Planung ist zu einseitig. Die „Hoheitsaufgabe Stadtentwicklung“, von der der Technische Beigeordnete, Hans Christian Lehmann spricht, wird zum holen Selbstzweck, wenn der Bürger dabei keine Rolle spielt.
Am Krausacker wohnen junge Familien, um die sich die Stadt ja angeblich besonders verdient machen will – und die ersten überlegen jetzt schon, ob sie wieder wegziehen sollen.
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» Kommentar zum Artikel „Gegen den neuen Supermarkt“ als PDF
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