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Kein Supermarkt auf der grünen Wiese
Troisdorf Bergheim. Ein beschaulicher Ortskern mit langer Tradition. Ein Neubaugebiet mit ökologischer Prägung. Ein kleines Gewerbegebiet an der Ortsgrenze. Darum herum: Viel Grün, Ackerland, geschützte Landschaftsbereiche.
Das ist unser zu Hause. Unsere Heimat. Der Ort, an dem wir durchatmen und leben. Der Ort, an dem wir unsere Kinder aufwachsen sehen möchten.
Doch vielleicht ist Troisdorf Bergheim in einem Jahr ein völlig veränderter Ort – aktuelle Pläne der Stadt Troisdorf und der REWE-Handelskette sehen einen Supermarkt mit 1700m² Verkaufsfläche an einer Stelle vor, die für uns alle starke Einbußen an Lebensqualität bedeuten würde.
Dies zu verhindern, den Charme von Troisdorf Bergheim zu wahren und eine zukunftsorientierte, ökonomisch wie auch ökologisch sinnvolle Planung eines Nahversorgungsmarktes zu forcieren, ist unser Ziel.

Die Stadt hat nicht einmal den Ausgang eines Eilverfahrens gegen den Bebauungsplan abgewartet.
Kampf gegen Supermarkt vor Gericht – Anwohner wehren sich – erschienen am 19.11.2008 auf rhein-sieg-anzeiger.de
Mit Händen und Füßen haben sich Uwe Andrees, Marcus Respondek und viele andere Anwohner gegen den Bau eines Rewe-Markts in Bergheim gewehrt, 350 Unterschriften gesammelt und seitenweise Stellungnahmen für den Stadtrat geschrieben - doch all das fruchtete nichts, und Andrees entschied sich, vor den Kadi zu ziehen. (…)
Der Bau des Markts hat unterdessen bereits begonnen: Arbeiter schaffen derzeit das Fundament für das Gebäude.
„Unsere Innenstädte und Ortskerne müssen lebendig und attraktiv bleiben. Deshalb sollte sich auch das Einzelhandelsangebot auf die Zentren und die Ortsmitte konzentrieren“, so Wittke. Gerade das Nahversorgungsnetz in den Städten und Gemeinden werde immer grobmaschiger, weil große Discountmärkte und Warenhäuser, insbesondere auf der „Grünen Wiese“, die Wettbewerbssituation zu ungunsten kleinerer Läden und Supermärkte nachteilig veränderten.
zitiert der Deutsche Städte- und Gemeindebund den nordrhein-westfälischen Bauminister Oliver Wittke. Wir haben dem nichts hinzuzufügen.
Artikel via CIMA Stadtmarketing
Das von der Firma CIMA im Jahre 2006 entwickelte Einzelhandels- und Nahversorgungskonzept für die Stadt Troisdorf enthält einige Punkte, die unsere Bedenken hinsichtlich des Standortes östlich der Straße „Zum Kalkofen“ stützen. Hier werden die Stadtteile Eschmar, Müllekoven und Bergheim zu einem Gesamtgebiet erklärt, aus welchem massiv Kaufkraft in andere Kommunen außerhalb Troisdorfs abfließt. Bezüglich des Standortes eines hier benötigten weiteren Nahversorgungsmarktes ethält das Konzept unter anderem folgende Aussage:
Die angeführten Kriterien können erfüllt werden, wenn Standorte realisiert werden, die an der Hauptverkehrsachse Eschmar – Bergheim liegen und zugleich an Wohnsiedlungsbereiche andocken. Ebenfalls in Betracht zu ziehen sind Standortareale an den Erschließungsachsen des Bergheimer Neubaugebietes.
Abwegig sind alle rein verkehrsorientierten, nicht integrierten Standortlagen, die keinen Bezug zum Nahpotential haben.
Nun – zu behaupten, dass der in den Planungsunterlagen der Stadt Troisdorf mit „1b“ bezeichnete Standort östlich der Straße „Zum Kalkofen“ keinerlei Bezug zum Nahpotential hätte, ginge sicherlich einen Schritt zu weit. Jedoch ist zu berücksichtigen, dass dieser Standort nur im südlichen Bereich die Funktion einer fußläufig erreichbaren Nahversorgung einnehmen könnte, da sich das nördliche Gebiet ausschließlich über Gewerbegebiet und Ackerland erstreckt und somit nördlich nur über die L332 erreichbar wäre – womit durchaus von einer verkehrsorientierten Lage zu sprechen ist.
Weiterhin würde ein Radius von 500-700 Metern um diesen Standort, welcher Maßgabe für eine fußläufige Erreichbarkeit ist, lediglich einen Bereich abdecken, der zum Großteil bereits von dem vorhandenen EDEKA-Markt abgedeckt ist. Wir sehen aufgrund dessen den EDEKA-Markt von einer direkten Konkurrenz durch den REWE-Supermarkt bedroht.
Ein weiterer, wichtiger Aspekt zur Kaufkraftbindung wird in der Nahversorgung der Stadtteile Eschmar und Müllekoven gesehen. Der Stadtteil Eschmar jedoch würde deutlich außerhalb des 500-700 Meter-Radius’ liegen, der Stadtteil Müllekoven würde nur am Rande berührt werden.
Hierzu die CIMA:
Die Stärkung der Nahversorgung im südlichen Stadtgebiet von Troisdorf soll ausschließlich auf die Bindung der eigenen Kaufkraftabflüsse angelegt sein. Gleichzeitig soll mit der nachhaltigen Absicherung der Nahversorgung die Wohnqualität in den bestehenden Wohnsiedlungsbereichen und Neubaugebieten verbessert werden.
- Keine Grenzlage zur Stadt Niederkassel, die auf das Abschöpfen von Kaufkraft aus der benachbarten Stadt abzielt.
Da der Standort „1b“ gerade einmal 700 Meter von der Stadtgrenze zu Niederkassel entfernt liegt, sehen wir einen Widerspruch zu dieser Forderung; vor allem unter Berücksichtigung des Faktes, dass der ebenfalls zu versorgende Stadtteil Eschmar weiter entfernt liegt, als die Stadt Niederkassel. Des Weiteren kann von einer Verbesserung der Wohnqualität mittels dieser Realisierung des Vorhabens keine Rede sein – vielmehr würde sie, unter anderem aufgrund des maßgeblich erhöhten Durchgangsverkehres, zu Lasten der Wohnqualität vieler Menschen gehen.
Die hier genannten Aspekte, die gegen den Standort östlich der Straße „Am Krausacker“ sprechen, treffen auf den alternativ von der Stadt Troisdorf geprüften Standort 4, östlich der „Großen Heerstraße“ gelegen, nicht zu. Er ist am östlichen Rand der Neubausiedlung und direkt an der Ortsdurchgangsstraße zwischen Bergheim, Müllekoven und Eschmar – und somit in integriertem Ortsgebiet – gelegen. Dieser Standort würde vielen Menschen, die bis heute über keine zu Fuß erreichbare Nahversorgung verfügen, eine bequem erreichbare Einkaufsmöglichkeit bieten. Ein weiterer Vorteil ist eine direkte Anbindung an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr, welche beim Standort „Am Krausacker“ nicht gegeben wäre.
Während der Öffentlichen Anhörung am 10. Mai 2007 konnte uns nicht näher dargelegt werden, warum der offensichtlich wesentlich günstiger gelegene Standort 4 an der „Großen Heerstraße“ nicht weiter verfolgt wurde und die Wahl hingegen auf den suboptimal gelegenen Standort „Zum Kalkofen“ fiel. Wir fordern daher eine erneute Prüfung dieses Alternativstandortes und kritische Hinterfragung des Standortes „Zum Kalkofen“ bezüglich der Vorgaben des Einzelhandelskonzeptes.
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