Roßtal im mittelfränkischen Landkreis Fürth stand im Juli 2005 vor einer vergleichbaren Problematik wie Troisdorf Bergheim jetzt. Auch dort sollte ein Rewe-Vollsortimenter am Ortsrand abwandernde Kaufkraft binden.
Aus den Nachrichten des Bürgervereins im Markt Roßtal e.V.:
Die Vertreter des Planungsbüros, das für Handelsketten in ganz Deutschland potentielle Standorte für Einkaufsmärkte projektiert, wollen eine nicht ausgeschöpfte Kaufkraft und einen Kaufkraftabfluss aus Roßtal erkannt haben; sie sprechen von neuen Trends im Einkaufsverhalten der Kunden, die protzig aufgemachte Einkaufszentren mit überdimensionierten Parkplätzen bevorzugen würden.
Und weiter:
Bayern ist das Bundesland mit dem höchsten Flächenverbrauch. Täglich werden 27 Hektar Land durch Baumaßnahmen versiegelt. Mittlerweile hat sogar der bayerische Umweltminister Schnappauf (CSU) erkannt: „Flächensparen ist eine kommunale Zukunftsaufgabe“. Im Sinne einer nachhaltigen und zukunftsgerichteten Siedlungsentwicklung sei es wichtig, mit Grund und Boden sparsam und schonend umzugehen.
NRW liegt mit rund 15 Hektar Flächenverbrauch pro Tag deutlich unter dem bayerischen Wert – verfügt jedoch über kaum 50% der Gesamtfläche Bayerns. Somit fordern auch wir unsere politischen Vertreter auf, in unser aller Interesse zu handeln und eine flächenschonendere Nahversorgungslösung anzustreben.
Das Vorhaben in Roßtal wurde durch einen Bürgerentscheid gestoppt. Bei einer Wahlbeteiligung von 47,46% stimmten 65% der Wähler gegen den Vollstortimenter am Feldrand. Wir hier in Troisdorf Bergheim dürfen zwar kein Kreuzchen machen – aber wir haben trotzdem eine Stimme. Äußern Sie Ihre Bedenken, werden Sie bei ihren Vertretern im Stadtrat vorstellig!
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